Dadadadimda

Der Telekomtechniker flucht über den Elektriker, der sich wohl ganz seine eigenen Sachen gedacht hat. Dann nimmt er das Panzertape und umwickelt damit die Verbindungsstellen der beiden Paare an kleinen Kupferdrähten, die mich mit meiner künftigen Unmenge an Pornographie verbinden. “Mit so Elektrikerklemmen geht das nicht”, erklärt er mir, ich nicke nur stumm. “Außerdem sollten Sie ihren Mieter fragen, ob man nicht ein zweites Kabel legen will. Wegen den Interferenzen!” Ich nicke. Dann werde ich instruiert, den Router aufzubauen.

In der WG treffe ich auf einen meiner Mitbewohner, er ist frisch nach Hause gekommen. Wir setzen den Router unter meinem Schreibtisch in Betrieb. “Klappt soweit”, fragt mein Mitbewohner. “Der Techniker meinte nur, ich solle aufbauen, mal schauen, ob dann was kommt”, antworte ich. Der Techniker erscheint, ich zeige ihm, dass ich alles korrekt angeschlossen habe. Dann warten wir. “Drücken sie mal den Knopf in der Mitte”, sagt der Techniker nach einiger Zeit, in welcher wir nur rumstanden. Ich schaue ihn an, dann den Router. Dann drücke ich den Knopf. “Verbinden…” steht da, und nach einer Weile erscheint animiertes Feuerwerk auf dem LCD, als wäre gerade etwas Feiernswertes und nicht Selbstverständliches geschehen und als würden wir uns nun jubelnd, fast vor Glück weinend in die Arme fallen. Vielleicht eine Beruhigungsstrategie des Managements, um Kund:innen und Techniker:innen bei Laune zu halten, denke ich. Die Telekom halt. Dadadadimda. Ich deute auf den Bildschirm meines Rechners, es wird eine Zahl für Up- und Downloadgeschwindigkeit angegeben: “Da, wir haben eine Verbindung, mal schauen wie schnell das noch wird”, meine ich. Der Techniker unterbricht prompt das Scrollen auf seinem Tablet, was auch immer er da eigentlich macht, und meint, “Naja, gucken Sie mal, mehr als 7 Mbit die Sekunde wird das hier nicht. Dieser ganze Ort ist über einen zwei Kilometer langen Kupferdraht mit dem Internet angeschlossen.” Ich gucke ihn dumm an, aber die Zahlen lügen nicht. “Das heißt schneller wird's nicht?” “Wenn sie nicht noch einen 5G-Receiver dazugebucht haben, nein.” Mein Blick wandert zum unausgepackten Paket, welches unter dem Paket für den Router liegt. Es ist doppelt so groß. Der Techniker fährt fort, “mit der 5G-Verbindung kriegen sie dann bis zu 250 Mbit die Sekunde, aber das kommt auf Ihren Vertrag an.” An der Stelle bekomme ich das Gefühl, verarscht zu werden. Besonders angesichts dessen, wie lange ich den Wurstfingern des Technikers dabei zugesehen habe, dünne Käbelchen zu entisolieren.

Wir packen das Gerät aus. Es ist angedacht, dass man es an einer Außenwand montiert. Der Techniker meint, ich soll es einfach aufs Fensterbrett legen, und geht. “Den Rest bekommen Sie ja selber hin.” Tatsächlich reicht das Fensterbrett aus, die Box verbindet sich mit der nächsten Funkzelle, ohne dass wir die PIN für die eben in “der Gerät” reingeschobene SIM-Karte auch nur angerubbelt haben. Die Downloadgeschwindigkeit springt nach einer kurzen Sekunde auf 110 Mbit/Sekunde. Der Router informiert mich, dass der 5G-Receiver nur “dazugeschaltet” wird, wenn wir es benötigen, also die 7 MBit/Sekunde unseres mit Panzertape eingewickelten Telegraphendrahts maßlos überlasten. Dadadadimda.