Fußbodenheizung

Ich verbinde mich mit Shakespeare, dann lasse ich Sani's Handy mit dem bekannten griechischen Philosophen verbinden. Er leistet eine gute Arbeit dahingehend, stabiles Internet zu geben. Ich gehe meine innere Liste an Bedürfnissen durch. Bett? Check. Kühlschrank? Check. Internet? Check. Damit sind für mich alle Grundbedürfnisse gedeckt. Ich sacke in meinem Stuhl in der Küche zusammen.

“Wenn es diese Nacht wieder so kalt ist, weiß ich nicht”, meint Sani. Der Elektriker ist extra heute Mittag gekommen, um sich die Heizung nochmal anzuschauen. Ich schaue auf meine Socken runter. Die anderen beiden tragen Schuhe.

“Also ich finde, es ist warm”, meine ich. Und kassiere einen schrägen Blick von Sherzod, der schon Gestern zu mir meinte, dass mein Temperaturgefühl wohl darauf hindeutet, dass ich gute Überlebenschancen beim Sinken der Titanic gehabt hätte. “Überzeugt euch selbst!” Ich laufe ans andere Ende der Küche. Es wird deutlich kühler unter meinen Füßen. Aus irgend einem Grund kam der Heizungsverleger auf die Idee, nur die Hälfte der Küche auszulegen. Erst nach zweiter Aufforderung ziehen sich Sherzod und Sani die Schuhe aus und laufen mit mir gemeinsam in der Küche auf und ab. “Ist schön kälter”, glaubt Sherzod. Ich fühle mich bestätigt, und schaue Sani an. Der macht eine uneindeutige Geste. “Okay, vielleicht habe ich auch kalte Füße, aber es ist schon wärmer geworden!” Beide nicken.

Ich breche einen Eiszapfen von der Zimmerdecke.